Reiseberichte Ostafrika
Familie Wauer: Wie man eine Freundschaft schließt - (c) Joachim Wauer - www.keniaberichte.de Wie man eine Freundschaft schließt

Wir unternahmen Safaris ins Crocodile-Camp, nach Mombasa, Malindi und genossen die Sonne, das Meer, den Strand oder lagen faul am Pool. Der Pool-Kellner war ein sehr höflicher junger Mann (damals waren wir noch nicht so richtig in der Lage das Alter der Einheimischen einzuschätzen). Er bediente uns sehr zuvorkommend und war zugleich sehr zurückhaltend. Erst gegen Ende unseres 3-wöchigen Aufenthalts begann er Gespräche mit uns. Er erzählte von seinem Haus im Shanzu Village, von seiner Frau und von seinen Kindern. Wir erfuhren, dass er vom Viktoriasee stammt und seine Mutter mit 5 seiner Geschwister dort lebt. Auch wir erzählten von uns, was wir in Deutschland tun, über unsere Familie. Dann nahte schon der Tag der Abreise.
Ein knappes Jahr später trieb uns die Sehnsucht wieder nach Kenia und es klappte wieder, dass wir im Palm wohnen konnten. Gleich am nächsten Tag an der Pool-Bar sahen wir unseren Kellner wieder. Eigentlich sah er uns, denn wir waren uns nicht sicher, ist er es oder ist er es nicht. Hallo und jambo und habari - und schon fühlten wir uns wieder heimisch. Inzwischen wussten wir, dass er Otieno heißt und 34 Jahre alt ist. Wir sahen uns fast jeden Tag und wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Eines Tages hockte er sich vor unsere Liegen und begann umständlich, wie es die Art der Kenianer ist, zu reden. Am Ende stellte es sich heraus, es war eine Einladung in sein Haus am kommenden Wochenende zum Essen. Wir hatten schon öfter einen Blick in die dörflichen Hütten werfen können, aber so längere Zeit drin gewesen, waren wir noch nie.
Wir nahmen die Einladung gern an und zogen, mit Geschenken für die Kinder beladen, los.

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  Joachim Wauer
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