Reiseberichte Ostafrika
Wenn Träume wahr werden
Sonntag, der 27.11.00

Wenn Träume wahr werden - (c) Christine Schneider - www.keniaberichte.de Es ist heiß. Wir alle sind aufgeregt. Wir treffen Walter in seinem Hotel an der Nordküste, wir selbst bevorzugen die Südküste. Vorher haben wir noch zwei Reporter von der einheimischen Presse abgeholt, sie machen Fotos und wollen über unsere Tour berichten.
Das Bike, die Wasservorräte, die Kraftnahrung, die Ausrüstung - alles wird in den angemieteten Van-Minibus geladen. Abdi, unser kenyanische Fahrer wird nun neun Tage unser Begleiter sein. Werden wir vier gut miteinander auskommen? Gegen elf Uhr fahren wir mit gemischten Gefühlen los. Haben wir an alles gedacht? Was, wenn etwas schief geht? Wird Walti, wie er sich selbst nennt, es schaffen? Immerhin ist er schon 46 Jahre und die Tour dürfte schon an die Leistungsgrenzen gehen, was ihm auch selbst klar ist.
Im Interview mit einer Schweizer Zeitung sagte er Anfang November 2000: "Es ist so, dass sich dieses Abenteuer, das verrückteste, das ich mir je vorgenommen habe, im Grenzbereich dessen befindet, was ein Hobbysportler noch bewältigen kann. Ich werde mich allerdings durchbeißen."
Vorbei an den Slums von Mombasa beginnt unsere Reise. Die ersten Kilometer zerren an den Nerven. Die einzige Verbindungsstrasse von Mombasa nach Nairobi ist in einem traurigem Zustand und die Bezeichnung "Flussbett" kommt dem tatsächlichem Zustand weit aus näher als die Bezeichnung "High Way". Schlaglöcher überall und in unvorstellbaren Größenordnungen. Zum Glück trifft nach etwa 40 Kilometern ein, was allgemein behauptet wird: der Highway von Mombasa nach Nairobi ist für kenyanische Verhältnisse gut befahrbar.
Wenn Träume wahr werden - (c) Christine Schneider - www.keniaberichte.de Das Verkehrsaufkommen ist hoch, ich zähle aus Spaß für 10 Minuten die entgegenkommenden Brummis-24 !
Abdi reizt den Bus bis an die Schmerzgrenze, bei 120 Kilometern pro Stunde klappert die Kiste doch verdächtig. Hier fährt jeder wie er will und kann; ein markiertes oder ausgeschildertes Überholverbot interessiert niemand. Ich habe aber auch noch nie so viele liegengebliebene LKW gesehen, natürlich ungesichert. Manchmal liegen ein paar Äste und Zweige auf der Straße, soll heißen "Achtung, Unfallstelle!"

Nun kommen wir gut voran, riesige Sisalplantagen rechterhand, und erreichen nach sieben Stunden das Vorland von Nairobi.
Am Schild "Come again" stoppt Abdi - sollen wir hier eine Fotosession machen? Der geplatzte Reifen beantwortet die Frage nach dem Stop. Wir packen alle mit an und schon nach zehn Minuten setzen wir die Fahrt fort. "Na das kann ja noch lustig werden, gerade mal der erste Tag und schon einen Platten!" denken wir. Aber es sollte der Letzte gewesen sein.
Leicht ermüdet kommen wir in Nairobi an. Unser angeblich sich gut auskennende Fahrer hat einige Probleme, das Hotel zu finden, aber dann sind wir doch in der richtigen Straße und das Hotel macht einen guten Eindruck. Diese zwei Übernachtungen hat uns das Hotel gesponsert. Aber erst einmal weiß im Landmark Hotel keiner von unserer Buchung und man will uns nicht beherbergen.
"Freude" bricht aus und wir stehen einige Sekunden ratlos und müde da. Zum Glück hatten wir die richtigen Telefonnummern dabei, und alles klärte sich auf, man erwartete uns erst einen Tag später.
Wir beziehen unsere Zimmer, Walti kümmert sich um sein Bike, wir um den "Rest".

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  Christine Schneider
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